Interview: Maurice César

Maurice César kommt auch 2024 wieder zur DGOM, um hier seine Kurse zu halten: Fascial approach of the patient 1 & 2 sowie Knifeless Surgery sind seit Jahren Dauerbrenner, die immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden (Buchung hier). Bei seinem letzten Aufenthalt hatten wir die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen.

 

Wie haben Sie Ihren Weg als Osteopath gefunden?

Ich kam in die Welt der Osteopathie, nachdem ich – quasi versehentlich – zwei Sätze von einem Mann gelesen habe, der mir bis dahin völlig unbekannt war: A.T. Still. Der erste: „Wenn die Krankheit im Innern liegt, liegt auch das Heilmittel im Innern.“ Der zweite: „Der Körper eines Menschen ist Gottes Apotheke.“ Das war ein Schock für mich, ein grandioser Aufschrei von Unabhängigkeit und Triumph. Ich begriff, dass der Körper eine Autonomie der Heilung besitzt und kein Gefangener seiner Umwelt ist. Das war extrem beeindruckend und inspirierend. Als Physiotherapeut veränderte sich mein Verhalten vor dem Patienten von einem Machtkampf gegen die Krankheit in eine Partnerschaft mit dem Gewebe.

 

Was fasziniert Sie gerade an der faszialen Osteopathie?

Was mich gerade an dem osteopathischen faszialen Konzept gereizt hat, ist sein weicher und natürlicher Ansatz und der totale Respekt vor den archaischen Regeln des Gewebes, das uns anvertraut wird. Es ist nicht-operativ, medikamentenfrei, minimalinvasiv und nutzt keine Hilfsmittel außer unseren Fingern. Nur durch demütige, sanfte Berührung versuchen wir, die natürliche Fähigkeit des Körpers zur Selbstheilung zu katalysieren. Ich nehme an, es ist die älteste Therapieform und könnte auch die authentischste sein. Ich glaube an die Techniken, aber ich vertraue noch viel mehr in das Gewebe. Das ist die Grundlage unserer Kraft und Effizienz als Osteopathen.

 

Was motiviert Sie, immer wieder nach Deutschland zu reisen, um hier zu unterrichten?

Das ist einfach. In der DGOM treffe ich auf einen dynamischen Verein, der die osteopathische Medizin aus jedem Blickwinkel erforscht und dabei stets ihre Philosophie und ihr Konzept respektiert. Nach mehr als 20 Jahren ist der Enthusiasmus der Mitglieder ungebrochen, wie in den frühen Tagen – eine bereichernde Gruppe.

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Dr. Volker Rings

Lassen Sie mit unserem Präsidenten das DGOM-Jahr Revue passieren – zwischen Coronamaßnahmen, der Zulassung von Medizinstudent*innen zum DGOM-Unterricht und einer bedeutenden Veränderung in der Geschäftsstelle war Einiges los, über das es sich zu lesen lohnt.

Dr. med. Ines Repik hat gemeinsam mit Dr. med. Robert Behrmann eine neue, interessante Kursreihe konzipiert: „Osteopathische Medizin in der HNO – Eine praktische symptomorientierte Kursreihe für HNO- Ärzt*innen in Ausbildung, Klinik und Praxis“.

Auf ihrem Treffen am vergangenen Wochenende erprobten die teilnehmenden Lehrer*innen der DGOM ein neues Format - mit Erfolg.

Nach einem gemeinsamen Kurs zu Beginn des Jahres gab es im Sommer dieses Jahres eine Fortsetzung der Kooperation zwischen DGOM und TAO (Tierärztliche Akademie für Osteopathie). Thema waren Osteopathische Lymphatische Behandlungen bei Hund und Pferd.

Gegen alle Widrigkeiten: Zehn Teilnehmer*innen des Prüfungskurses am ersten Juliwochenende haben ihre Prüfung bestanden und das DGOM-Diplom erhalten.

Für eine Masterarbeit mit dem Thema „Untersuchung interdisziplinärer Behandlungsmöglichkeiten von Schädel-Hirn-Trauma-Patient*innen durch schulmedizinische Behandlungskonzepte und Osteopathie mittels Experteninterviews: Ein qualitatives Studiendesign“ werden noch Interviewpartner*innen gesucht.